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Medikamentöse Behandlung

Bei der medikamentösen Behandlung von Schwindel werden drei Behandlungsansätze unterschieden. Die optimale Behandlung ist selbstverständlich eine medikamentöse Therapie der dem Schwindel zugrunde liegenden Erkrankung. Dies ist jedoch bei unklarer Diagnose oder bei einer Erkrankung, für die keine effektive Behandlungsmöglichkeit besteht, nicht gegeben. Die Möglichkeiten einer ursächlichen Behandlung sind bei den einzelnen Krankheitsbildern bei Therapie und Verlauf dargestellt.

Falls keine ursächliche Behandlung möglich ist, wird eine symptomorientierte Therapie erfolgen, d.h., es werden Medikamente verabreicht, welche nur die Symptome Schwindel und Übelkeit beseitigen oder vermindern. Medikamente, die Schwindel bessern, werden als Antivertiginosa und Medikamente, die Übelkeit reduzieren, als Antiemetika bezeichnet. Die Wirkung der Medikamente beruht auf einer Verminderung der Erregbarkeit bestimmter Regionen des Gehirns. Dies geschieht durch eine Blockade der Wirkung von Überträgerstoffen (Dopamin, Histamin, Acetylcholin).

Medikamente zur symptomorientierten Behandlung von Schwindel sollten nur vorübergehend, d.h. meist nur über einige Tage, eingesetzt werden, da eine langfristige Einnahme die körpereigenen Kompensationsmechanismen hemmt. Dies kann dann zu einer verzögerten Rückbildung des Schwindels führen.

Medikamente, die zur Vermeidung künftiger Schwindelattacken und somit zur Prophylaxe verordnet werden, müssen selbstverständlich langfristig, meist über viele Monate, eingenommen werden.

Nachfolgend sind einige medikamentöse Behandlungsansätze dargestellt:
Antiemetika: werden zur symptomatischen Behandlung, d.h. nicht zur ursächlichen Therapie von Übelkeit eingesetzt.
Antivertiginosa: werden zur symptomatischen Behandlung, d.h. nicht zur ursächlichen Therapie von Schwindel eingesetzt.
Betarezeptorenblocker: werden zur Rezidivprophylaxe d.h. zur Vorbeugung bei der vestibulären Migräne, jedoch nicht zu Akutbehandlung, verordnet. Diese Medikamente werden bei anderen Erkrankungen zur Behandlung des erhöhten Blutdrucks verordnet.
Antikonvulsiva: werden zur Rezidivprophylaxe d.h. zur Vorbeugung bei der Vestibularisparoxysmie, jedoch nicht zu Akutbehandlung, verordnet. Diese Medikamente werden priämr zur Behandlung von Epilepsien verordnet.
Kortison: wird also Medikament mit einer stark entzündungshemmenden Wirkung zur Behandlung der akuten Entzündung des Gleichgewichtsnervs (Neuritis N. vestibularis) verwandt.
Betahistidin: wird zur Prophylaxe d.h. zur Verringerung des Risikos künftiger Schwindelattacken, jedoch nicht zu Akutbehandlung, bei Behandlung der Menièrschen Erkrankung eingesetzt.
4-Aminopyridin: Bei Schwindel welcher durch eine Schädigung des Hirnstamms entsteht wird das Medikament zur Behandlung der mit den Augenbewegungsstörungen einhergehenden Schwindelsymptomatik eingesetzt.