Sie befinden sich hier:

Startseite > Krankheitsbilder > Krankheitsindex > Perilymphfistel

Perilymphfistel (1%)

Symptome

Durch Husten, Pressen, Druckunterschiede (Aufzug fahren, Flugreise) oder durch laute Geräusche ausgelöste Schwindelattacken sollten Anlass geben, eine Perilymphfistel in Betracht zu ziehen. Schwindel und Hörstörungen können in einem sehr variablen Umfang alleine oder in Kombination auftreten. Die Schwindelattacken treten meist nur für die Dauer des Reizes, d.h. für wenige Sekunden bis Minuten, auf. Sie können jedoch auch ohne auslösenden Reiz entstehen und über mehrere Stunden bis Tage andauern.

Die Erkrankung kann darüber hinaus zu Hörstörungen, entweder in Form einer Hörminderung oder einem Ohrgeräusch, führen. Relativ charakteristisch ist das erstmalige Auftreten der Erkrankung im Anschluss an eine Verletzung des Ohrs, des Schädels oder an eine anstrengende körperliche Tätigkeit (z.B. Heben eines schweren Gegenstandes).

Ursache

Das Ohr besteht aus dem Hörorgan, (Schnecke=Cochlea) sowie dem Gleichgewichtsorgan (Bogengangsorgan). Beide Organe liegen im Schädel in einem Knochen eingebettet, dem sog. Felsenbein. Die Schnecke und das Bogengangsorgan sind von Flüssigkeiten (Peri- und Endolymphe) umgeben, die für die ungestörte Funktion beider Organe sorgen. Als Folge eines Unfalls, aber auch ohne erkennbaren äußeren Anlass, kann eine Fistel, d.h. eine normalerweise nicht vorhandene Öffnung, im Bereich der flüssigkeitsgefüllten Räume entstehen. Die Fistel verursacht eine Störung der Funktion der flüssigkeitsgefüllten Systeme. Dies führt, je nach Ort der Schädigung, zu einer Hörstörung, einer Gleichgewichtsstörung oder einer kombinierten Störung.

Diagnose

Erste Hinweise auf eine Perilymphfistel können sich bei der klinischen Untersuchung ergeben. Hierzu gehört die Auslösung von Schwindel oder von Bewegungsstörungen der Augen (Nystagmen) durch Druck auf die Ohrmuschel oder eine Druckprüfung des äußeren Gehörgangs. Durch eine Computertomographie des Schädels können die knöchernen Strukturen im sog. Felsenbein dargestellt werden. Hierbei bestätigt sich die Diagnose der Perilymphfistel durch eine abnorme Verbindung (Fistel) zwischen den flüssigkeitsgefüllten Räumen und dem umgebenden Knochen. Sollte sich bei der Computertomographie des Schädels kein auffälliger Befund ergeben, so kann bei begründetem Verdacht eine spezielle Untersuchung (Tympanoskopie) zum Nachweis der Fistel veranlasst werden.

Therapie und Verlauf

Bei einer im Anschluss an ein Trauma (Gehirnerschütterung etc.) aufgetretenen Perilymphfistel kann zunächst eine konservative Behandlung versucht werden. Eine mehrtägige Bettruhe in Verbindung mit der Empfehlung, Bauchpressen, das Heben schwerer Lasten sowie ruckartige Kopfbewegungen zu vermeiden, kann zu einer Rückbildung der Beschwerden führen.

Falls sich keine Besserung einstellt, sollte durch eine spezielle Untersuchung, eine sogenannte Tympanoskopie, die Möglichkeit einer Fisteloperation geprüft werden. Diese ist in etwa 70 % der Fälle erfolgreich. Bei der Operation wird im Bereich der Fistel Gewebe zum Verschluss aufgetragen. Postoperativ besteht jedoch häufig eine eingeschränkte körperliche Belastbarkeit. Eine Hörminderung bessert sich durch die Operation meist nicht.