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Schwindel und Halswirbelsäule

Symptome

Patienten mit einem von der Halswirbelsäule verursachten „zervikogenen“ Schwindel leiden meist nicht unter einem Drehschwindel, sondern schildern einen Schwankschwindel oder eine Gangunsicherheit. Die Beschwerden nehmen häufig bei Bewegung oder nach längerer Zwangshaltung zu und sind oft mit Nackenschmerzen verknüpft. Sie dauern Minuten bis mehrere Stunden an. Andere Beschwerden wie Hörstörungen oder Sehstörungen sollten bei einem zervikogenen Schwindel nicht vorliegen.

Ursache

Durch einen Unfall kann eine Schädigung der Sinneszellen, die Informationen aus den Muskeln und Sehnen der Halswirbelsäule zu den Gleichgewichtsorganen übermitteln, entstehen und diese Schädigung kann Schwindel bzw. eine Gangunsicherheit verursachen. Die Schwierigkeit besteht darin, dass diese Unfallmechanismen in der Regel auch zu einer Schädigung des Gleichgewichtsorgans im Ohr führen können.

Problematisch ist die Beurteilung von Schwindel bei Patienten ohne vorangegangenes Unfallereignis, die „nur“ Veränderungen der Halswirbelsäule aufgrund einer Anomalie oder altersbedingte Veränderungen aufweisen. Vergleichbare Veränderungen lassen sich auch bei vielen Personen gleichen Alters, die nicht unter Schwindel leiden, nachweisen.

Selten kann durch Veränderungen im Bereich der Halswirbelsäule eine Einengung einer Arterie hervorgerufen werden. Diese führt nur bei extremer Kopfdrehung, nicht jedoch bei normalen Bewegungen im Alltag, zu Schwindel aufgrund einer Durchblutungsstörung des Gehirns. Eine kritische Unterversorgung entsteht nur, falls die Arterie der Gegenseite fehlt oder diese ebenfalls eine Verengung aufweist. Unter normalen Bedingungen kann die Arterie der Gegenseite eine Einengung auf der anderen Seite vollständig kompensieren (siehe Zentral-vestibulärer Schwindel).

Diagnose

Es gibt, im Gegensatz zu anderen Krankheitsbildern, keinen Test, der die Diagnose eines Schwindels aufgrund von Halswirbelsäulenveränderungen gestattet. Auch die Beobachtung, dass eine Drehung oder eine Hebung des Kopfes Schwindel auslöst, spricht nicht zwangsläufig für einen wirbelsäulenbedingten Schwindel, da jede Bewegung der Halswirbelsäule mit einer Mitbewegung des Kopfes einhergeht. Der so ausgelöste Schwindel kann daher auch durch eine Störung des Gleichgewichtsorgans verursacht sein.

Dies erschwert die Abgrenzung eines „HWS-Schwindels“ von Erkrankungen, die aufgrund anderer Mechanismen Schwindel hervorrufen. Um einen Schwindel der Halswirbelsäule zuordnen zu können, müssen daher andere Ursachen zuverlässig ausgeschlossen werden.

Therapie und Verlauf

Nach einem HWS-Beschleunigungstrauma oder einem anderen Unfallmechanismus bildet sich der Schwindel in vielen Fällen bei Behandlung der Schmerzen und muskulären Verspannungen der Halswirbelsäule gut zurück. Entzündungshemmende, schmerzlindernde und muskelentspannende Medikamente in Verbindung mit physikalischen Maßnahmen und Krankengymnastik bessern in etwa 75 % der Fälle die Beschwerden innerhalb weniger Wochen. In den übrigen Fällen kann eine zusätzliche vestibuläre Rehabilitation erforderlich sein.