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Vestibularisparoxysmie (3%)

Symptome

Die Schwindelattacken dauern in der Regel nur Sekunden bis wenige Minuten an. Es können sowohl ein Drehschwindel als auch ein Schwankschwindel auftreten. Ein Ohrgeräusch oder eine Hörminderung besteht zeitgleich nur in wenigen Fällen. Die Attacken können teilweise in Abhängigkeit von einer bestimmten Haltung des Kopfes oder durch eine rasche und zu tiefe Atmung (Hyperventilation) ausgelöst werden.

Ursache

Die Attacken entstehen durch eine Schädigung des Gleichgewichtsnervs in dessen Verlauf vom Ohr zum Gehirn. Kurz vor Eintritt in das Gehirn besteht häufig ein Kontakt mit einer erweiterten oder geschlängelt verlaufenden Arterie. Der Nerv wird vermutlich durch den Kontakt der Arterie geschädigt. An der Kontaktstelle entsteht eine Art „Kurzschluss“ der Informationsübertragung vom Gleichgewichtsorgan zum Gehirn. Die gestörten Impulse werden zu den für die Gleichgewichtsregulation zuständigen Zentren des Gehirns weitergeleitet und führen dort zur Wahrnehmung von Schwindel.

Diagnose

Es gibt keinen Test, der die Vestibularisparoxysmie eindeutig nachweisen kann.Bei einer typischen Beschwerdeschilderung wird man bei der Untersuchung versuchen, durch vermehrte Atmung (Hyperventilation) eine Attacke auszulösen. Bei begründetem Verdacht wird zusätzlich eine Kernspintomographie des Schädels mit CISS-Technik veranlasst. Diese kann zusammen mit einer Gefäßdarstellung (MR-Angiographie) Aufschluss darüber geben, ob ein Gefäß-Nervenkontakt besteht, der zu einer Druckschädigung des Gleichgewichtsnervs führen könnte. Auch bei völlig gesunden Personen kann jedoch ein solcher Gefäß-Nerven-Kontakt bestehen.

Der alleinige Nachweis eines Gefäß-Nerven-Kontaktes reicht somit für die Diagnose nicht aus. Ein positives Ansprechen auf eine medikamentöse Behandlung ist zusammen mit einer typischen Beschwerdeschilderung nicht selten der einzige Hinweis auf die richtige Diagnose (siehe Therapie).

Therapie und Verlauf

Die Schwindelattacken werden vermutlich durch eine „elektrische Instabilität“ des Gleichgewichtsnervs verursacht (siehe Ursache). Zur Behandlung werden Medikamente eingesetzt, die die „elektrische Stabilität“ des Nervs verbessern. Diese Medikamente, die auch bei der Behandlung von Epilepsie zum Einsatz kommen, werden als Antikonvulsiva bezeichnet.

Sollte eine Behandlung mit unterschiedlichen Antikonvulsiva keine Verbesserung ergeben, besteht die Möglichkeit, durch einen neurochirurgischen Eingriff den Kontakt zwischen dem Gleichgewichtsnerv und der Arterie zu unterbinden.